5 Hacks für Herbst und Winter
Wenn die Tage kürzer werden, das Licht schwindet und die Temperaturen sinken, merken
viele: Der innere Schweinehund meldet sich verlässlich zurück. Schon der Gedanke an
Bewegung wirkt dann anstrengend, und das Sofa scheint ein unwiderstehlicher Magnet zu
sein. Doch gerade jetzt ist Aktivität wichtiger denn je. Nicht, um sportliche Höchstleistungen
zu erzielen, sondern um Körper und Geist in Balance zu halten.
Mit zunehmendem Alter spüren wir Veränderungen besonders deutlich: Der Stoffwechsel
läuft etwas gemächlicher, Muskeln bauen sich schneller ab, das Immunsystem braucht mehr
Unterstützung. Bewegung ist dabei unser natürlichstes „Medikament“. Schon kleine,
regelmäßige Impulse bringen den Kreislauf in Schwung, stärken das Herz, aktivieren die
Muskulatur und, ganz entscheidend, heben auch die Stimmung. Denn wenn wir uns
bewegen, werden Glückshormone wie Serotonin und Dopamin ausgeschüttet, die
nachweislich gegen das saisonale Stimmungstief wirken.
Studien zeigen, dass bereits wenige Minuten täglicher Aktivität ausreichen, um positive
Effekte zu erzielen. Forscher:innen sprechen von sogenannten „Exercise Snacks“. Also
kleinen Bewegungshappen, die über den Tag verteilt werden. Diese Mini-Einheiten
verbessern die Herz- und Lungenfunktion und fördern die Muskelkraft, selbst wenn sie nur
fünf Minuten dauern. Das Prinzip lautet also: lieber oft und kurz als selten und lang.
Entscheidend ist die Regelmäßigkeit, nicht die Intensität.
Ich bin ein großer Freund der Bewegung im Vorbeigehen. Nehmen Sie Treppen statt Aufzug,
steigen Sie zwei Haltestellen früher aus oder parken Sie bewusst weiter entfernt. Diese
kleinen Extraschritte summieren sich und genau das hält den Stoffwechsel aktiv. Bewegung
im Alltag ist die ehrlichste und nachhaltigste Form des Trainings.
Lange Trainingseinheiten sind gar nicht nötig. Schon zwei Minuten Schulterkreisen, Dehnen
oder leichtes Aufstehen und Strecken alle paar Stunden aktivieren den Kreislauf. Wer
regelmäßig Mikropausen einlegt, hat am Abend ein beachtliches Bewegungsvolumen
gesammelt und das ganz ohne Fitnessstudio oder Workout.
Bewegen Sie sich möglichst im Tageslicht. Ein Spaziergang in der Mittagspause oder am
Vormittag hilft, den Hormonhaushalt zu regulieren und die innere Uhr zu stabilisieren. Das
Tageslicht wirkt wie ein natürlicher Wachmacher: Es steigert die Vitamin-D-Produktion,
vertreibt Müdigkeit und hebt die Stimmung, ganz besonders an dunklen Tagen.
Wer friert, bewegt sich ungern. Deshalb lohnt es sich, Körper und Muskeln zunächst sanft
aufzuwärmen, etwa durch einen heißen Tee, ein warmes Fußbad oder leichte Mobilisationsübungen. Schon wenige Minuten bringen den Kreislauf in Gang und erleichtern den Einstieg in Bewegung. Wärme entspannt, Bewegung hält sie aufrecht, ein perfektes Duo.
Das Geheimnis für eine Extraportion Gesundheit liegt in festen Gewohnheiten. Wer sich
jeden Tag ein kleines Zeitfenster reserviert, egal ob morgens beim Zähneputzen, mittags
beim Kochen oder abends beim Fernsehen trainiert nicht nur den Körper, sondern auch die
Disziplin. Routine gibt Halt und lässt den inneren Schweinehund ganz leise werden.
Bewegung ist kein Luxus, sondern eine Lebensversicherung, gerade in der zweiten
Lebenshälfte. Ich beobachte bei vielen Menschen jenseits der 50, dass sie sich nach einem
langen Sommer deutlich schwerer motivieren können. Doch wer jetzt dranbleibt, profitiert
doppelt: körperlich und seelisch. Bewegung stabilisiert die Stimmung, stärkt das
Immunsystem und beugt der typischen Winter-Gewichtszunahme vor.
Und das Schöne ist: Der Effekt ist messbar. Studien zeigen, dass regelmäßige Aktivität im
Freien depressive Symptome deutlich lindern kann. Selbst bei geringer Intensität. Es braucht
also keine Höchstleistungen, sondern einfach die Entscheidung, in Bewegung zu bleiben.
Wer täglich ein bisschen Bewegung in seinen Alltag integriert, dem fällt es leichter, fit,
fröhlich und widerstandsfähig zu bleiben, egal, wie grau der Himmel ist!