"Essen und Trimmen - beides muss stimmen!"
"Essen und Trimmen - beides muss stimmen!"
Der Irrtum:
Echte Sportler sind seltener krank. Je mehr Sport man treibt, desto robuster wird die eigene Körperabwehr. Bazillen und Viren haben gegen das Immunsystem eines Paradeathleten kaum eine Chance.
Die Wahrheit:
Immer wieder fragen wir uns: Wie kann das nur passieren? Unmittelbar vor einem großen Wettkampf oder Spiel wird ein prominenter Sportler von einem Infekt befallen. Sportler sollten doch besser geschützt sein, da sie ihr Immunsystem doch „trainieren“. Das ist auch grundsätzlich richtig, aber Spitzenathleten "überfordern" häufig unbemerkt den Organismus, da sie sich an ihrer Leistungsgrenze bewegen müssen. Und das schwächt das Immunsystem. Und die Angreifer haben dann leichtes Spiel. So unterzogen taiwanische Wissenschaftler 12 geübten Sportler an drei aufeinander folgenden Tagen jeweils ein 30minütiges, intensives Laufband-Training (bei 85% ihrer maximalen Sauerstoffaufnahme) und konnten daraufhin in den Blutproben, die 24 und 72 Stunden nach dem letzten Training entnommen wurden, feststellen, dass die Leukozyten (weißen Blutkörperchen) eine erhöhte Neigung zum Zelltod aufwiesen. Selbst nach drei Tagen ließ sich noch eine leichte Beeinträchtigung dieser Blutkörperchen nachweisen.
Ist die Belastung also zu hoch, dann „stresst“ dies den gesamten Organismus. Das Stresshormon Cortisol wird vermehrt ausgeschüttet und das Immunsystem geschwächt. Speziell nach einer "harten" Trainingseinheit fährt das Immunsystem seine Aktivität dann über Gebühr zurück – es kommt zum so genannten "Open-Window-Phänomen". Das Fenster steht dann für alle Angreifer weit offen. Und dieser Zustand kann Stunden aber auch Tage andauern. Spitzensportler sind besonders gefährdet, dieses Phänomen des "offenen Fensters" zu erreichen und deswegen sind Sportler auf hohem Niveau meist infektionsanfälliger. Aber auch Breitensportler, die ihr Training übertreiben, werden dieses Phänomen kennen.
So benötigt der Körper nach jeder sportlichen Betätigung eine Erholungsphase, um sich ausreichend regenerieren zu können. War die Belastung sehr hoch und intensiv, so wird auch eine entsprechend längere Erholungsphase von Nöten sein. In dieser Phase kommt es zu dann zu einer Erneuerung oder einem zusätzlichen Aufbau an Muskelfasern, einem Auffüllen von entleerten Energiespeichern durch Zufuhr von Kohlenhydraten und einer Erholung und dem dadurch resultierenden Gleichgewichtszustand des durch die Belastung beanspruchten Immunsystems. Der häufigste Fehler, den man daher bei vor allem Freizeitsportlern beobachten kann, ist jedoch eine zu kurze Regeneration vor der nächsten Trainingseinheit.
Wiederholt bzw. summiert sich dieser Prozess wird die sportliche Leistungsfähigkeit -trotz hoher oder gar festgesetzten Trainingsumfängen - durch eine unzureichende aktive Regeneration gemindert und der Gesamtorganismus mündet langfristig in einen „abbauenden“ Zustand.
Auswirkungen sportlicher Aktivität auf das körperliche Abwehrsystem
Bei nicht vollständiger Regeneration kann sportliche Aktivität zu einem erhöhten Infektrisiko beitragen. Gerade Leistungssportler halten ihre notwendige Regeneration häufig nicht ein – im Gegenteil: Sie steigern oft kurzfristig Ihre Trainingseinheit, um eine Leistungsverbesserung zu erzielen.
Wenn man jedoch langfristig hohe Leistungen aufrechterhalten will, ist es nicht nur im Leistungssport unerlässlich, eine ausgewogene Mischung aus sportlicher Aktivität und aktiver Regeneration einzuhalten. Ein Ungleichgewicht würde immer mit einer deutlichen Schwächung des Immunsystems einhergehen, so dass sportliche Aktivität sogar auch als Stressor auf das Immunsystem wirken kann. Allerdings scheint dabei die Intensität einen größeren Stressor darzustellen als die Intensität.
So führen beispielsweise anaerobe Aktivitäten, bei denen die Muskeln ohne Sauerstoffzufuhr Energie produzieren müssen (wie z.B. bei kurzen Sprints), zu einer größeren Belastung des Immunsystems als vorrangig aerobe Aktivitäten wie zum Beispiel ein 5 km Waldlauf. Daneben spielen auch negative psychische Faktoren wie Wettkampfstress und Leistungsdruck eine wichtige Rolle und tragen ebenso zu einer zusätzliche Belastung des Immunsystems bzw. Erhöhung des Infektrisikos bei.Moderates Sporttreiben kann hingegen viele Leiden eindämmen und wirkt vorbeugend:
Dannunterstützt das Hormon Adrenalin eine Aktivierung des Immunsystems von der ersten Stundean. Und mit der Zeit wird das Immunsystem immer stärken. Mehr Abwehrzellen entwickeln sich und auch deren Abwehr wird qualitativ ständig verbessert. So sinken auch die Risiken, an Herz-Kreislaufleiden, Krebs oder Diabetes zu erkranken, jeweils um ein Vielfaches. Und selbst wenn der Sportler dann doch einmal von einem Infekt heimgesucht werden sollte, wird ihm das vorangegangene Ausdauertraining helfen, schneller wieder auszukurieren bzw. gesund zu werden. Es ist sogar mittlerweile erwiesen, dass ein Mangel an Bewegung selbst als Risikofaktor für die Entwicklung einer Vielzahl von Erkrankungen anzusehen ist.
Fazit: Auf die richtige Dosis kommt es an.
Herzliche Grüße,
Ihr Ingo Froboese