"Essen und Trimmen - beides muss stimmen!"
"Essen und Trimmen - beides muss stimmen!"
Stimmt es, dass ein trainierter Körper weniger schwitzt? Wer sportlich ist, gerät nicht so leicht ins Schwitzen. Wenn sich der Körper an bestimmte Anstrengungen gewöhnt hat, dann produziert er weniger Schweiß und sogar in der Sauna fangen Sportler erst viel später an zuschwitzen. Gibt es daran einen Zweifel?
Viele Menschen sind der Meinung, dass ein Nichtsportler nach einem Treppengang ins 5. Stockwerk im Gegensatz zu einem Sportler viel eher ins Schwitzen gerät. Deshalb haben wir den Eindruck, dass die trainierte Person weniger schwitzt. Dies ist jedoch ein weit verbreiteter Irrtum. Im Gegenteil, Sportler können sogar effizienter und schneller schwitzen. Der Trainierte geht bei Anstrengungen lediglich weniger an sein Leistungslimit und schwitzt deshalb nicht so schnell, da seine Muskulatur besser trainiert ist und effektiver arbeiten kann.
Zudem verfügen Sportler über aktivere Scheißdrüsen, die bei körperlichen Anstrengungen nacheinander eingeschaltet werden. Es werden mehr Drüsen als bei einem Nichtsportler aktiv und sie fangen auch früher an, Schweiß abzusondern, weil sie durch regelmäßiges Training gelernt haben, dass bei einer anstehenden körperlichen Leistung eine starke Erhöhung der Körpertemperatur zu erwarten ist und diese wieder abgekühlt werden muss. So kann ein trainierter Sportler im Wettkampf zwei bis drei Liter Schweiß produzieren, der normale Mensch schafft auch bei höchster Anstrengung nur knapp einen Liter. Darüber hinaus besitzt der Körper des Menschen ungefähr 2 bis 3 Millionen Schweißdrüsen, die jedoch nicht gleichmäßig über den ganzen Körper verteilt sind, sondern in bestimmten Körperregionen mehr und in anderen weniger vorhanden sind. Die meisten befinden sich auf in den Achselhöhlen und Ellenbogeninnenseiten, gefolgt von den Handinnenflächen und den Fußsohlen. Diese haben ungefähr 250.000 Schweißdrüsen, die pro Tag ca. 200 ml Schweiß produzieren. Das entspricht dem Inhalt von einem Glas Kölsch. Deshalb besitzen 30 % der Menschen in Deutschland Schweißfüße.
Aber wieso schwitzt man überhaupt? Wenn der Körper belastet wird, entsteht durch Muskelkontraktionen Wärme, welche wieder abgesondert werden muss, damit der Körper nicht überhitzt. Dieser reguliert durch das Schwitzen somit seine Temperatur, was folglich Körperthermoregulation genannt wird. Wenn wir beispielsweise einen Sprint einlegen, um die S-Bahn noch pünktlich zu erreichen, müssen unsere Muskeln in den Beinen schnell arbeiten. Bei jeder Bewegung produziert der Organismus durch das Verbrennen von Energie Wärme. Je intensiver und länger der Körper aktiv ist, desto mehr Wärme produzieren unsere Zellen. Um deren Aktivität zu erhalten, muss die Wärme möglichst schnell wieder aus dem Körper heraus transportiert werden. Dazu sind unsere Schweißdrüsen in der Haut zuständig. Übermäßige Hitze würde unsere Zellen und den Organismus zerstören und wäre somit für unseren Körper leistungshemmend und sogar sehr gefährlich. Wer schon einmal hohes Fieber hatte, kennt die Erfahrung. Man fühlt sich schwach und müde. Nur bei einer „normalen“ Körperkerntemperatur von ca. 36,6 °C ist der Mensch im Stande sehr hohe Leistungen zu erbringen und fähig seinen Stoffwechselmotor optimal zu nutzen. Die Aufgabe unseres Körpers besteht darin, die Temperatur ständig konstant zu halten. Die Körperregulation funktioniert somit ähnlich wie eine Klimaanlage.
Dies können Sportler viel besser regulieren und deswegen schwitzen Sie bei entsprechend identischer Leistung gegenüber Untrainierten auch schneller und auch mehr. Untrainierte können etwa 0,8 Liter Schweiß pro Stunde produzieren, während Trainierte bis auf 3 Liter kommen können. Trotzdem steigt auch bei guten Sportlern die Körpertemperatur nicht selten auf 39 bis 40 Grad an – nur eben deutlich später.
Generell verdunstet an einem Tag auch bei nicht übermäßiger körperlicher Anstrengung mindestens ein halber Liter Flüssigkeit über unsere Haut. Wenn das nicht der Fall wäre, würden wir innerlich anfangen zu kochen, was schließlich zum Tode führen würde. Dennoch darf man nicht der Annahme nachgehen, dass durchs Schwitzen Fett verloren geht, sonst würden wir alle die Sauna nicht mehr verlassen, oder? Schweiß besteht zu 99 % aus Wasser, welcher durch das Schwitzen verloren geht. Deshalb muss nach dem Schweißbad viel getrunken werden. Wer wirklich schneller ins Schwitzen kommt sind Übergewichtige, da das Fett als natürliche Wärmedämmung funktioniert und der Körper so vermehrt über das Schwitzen Wärme loswerden muss.
Fazit:
Die Schweißdrüsen eines Sportlers sind aktiver und geben mehr Schweiß ab! Wer viel Sport treibt, produziert viel Wärme und schwitzt viel und schnell, weil der Körper wieder abkühlen muss! Der Körper reguliert durch Schwitzen seine Körperkerntemperatur!
Herzliche Grüße,
Ihr Ingo Froboese