"Essen und Trimmen - beides muss stimmen!"
"Essen und Trimmen - beides muss stimmen!"
Eine der grundlegenden Fragen der Menschheit ist wohl die nach dem Glück. Was beschreibt diesen Zustand? Was ist Glück? Wie werde ich glücklich? Jeder von uns hat wohl eine andere Antwort auf diese Frage. Was aber vielen Menschen gemein ist, ist das Gefühl, dass Schokolade glücklich macht. Stimmt das wirklich? Macht Schokolade glücklich? Schokolade steht seit ihrer Entstehung mit dem Streben nach Glück in enger Verbindung. So finden sich in der Literatur viele Beispiele, die die wundersame Faszination dieser Süßigkeit zum Inhalt haben. Es stellt sich die Frage, ob dieses Produkt, von dem wir Deutschen pro Jahr nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. ca. 8 kg verspeisen seinem Ruf, Stimmung verbessern zu können, gerecht wird. Tatsächlich enthält Schokolade psychoaktive Stoffe, die auf den ersten Blick als logische Stimmungsmacher verstanden werden könnten. Die in Schokolade enthaltenen Stoffe wie zum Beispiel Koffein, Theobromine, Tyramine und Phenylethylamine haben einen indirekten Einfluss auf bestimmte Überträgerstoffe (Neurotransmitter), deren Aufgabe es ist, bestimmte Erregungen von Nervenzelle zu Nervenzelle zu übertragen. Aber, das bestätigen auch Wissenschaftler, in der Schokolade sind psychoaktive Inhaltstoffe nicht in ausreichender Konzentration vorhanden. Schokolade hat in dieser Hinsicht somit keine Auswirkungen irgendeiner und somit auch Stimmungsaufhellender Art. Im Besonderen weisen sie darauf hin, dass die Konzentration dieser Stoffe in anderen, weniger populären Nahrungsmitteln höher sei. Um diese These weiter zu unterstützen, verglichen die Wissenschaftler Probanden mit ähnlich schokoladenbezogenem Verlangen auf ihr Verzehrverhalten, um suchtähnliche Tendenzen bezüglich der Inhaltstoffe aufzudecken. Wären die psychoaktiven Stoffe Auslöser des gesteigerten Verlangens nach Schokolade, und das Stillen dieses Verlangens nur durch diese Stoffe möglich, müsste aufgrund des hohen Gehalts an Kakaomasse die Bitterschokolade die favorisierte Schokoladensorte sein. Eine Studie, wie gern oder ungern die Probanden ein weiteres Stück zu sich nehmen möchten und wie angenehm, oder unangenehm sie das Schokoladenstück empfanden, lieferte eine interessante Erkenntnis. Das Verlangen nach mehr der süßen Köstlichkeit nahm schneller ab als die positive Bewertung ihres Geschmacks. Einige Wissenschaftler beschreiben, dass Schokoladenabhängige tendenziell depressiver seien als Kontrollgruppen. In ihrer Studie zeigte sich, dass die negative Stimmung sich nicht nachhaltig nach Schokoladenkonsum verbesserte, sondern nur während des Verzehrs selbst eine kurzfristige Stimmungsaufhellung eintrat. Das kurze Glück wandelte sich nach dem Verzehr bei Probanden in Schuldgefühle. Zu einem ähnlichen Schluss kamen auch andere Forscher. Dem Verlangen nach Schokolade zu widerstehen führt zu einem weitaus länger anhaltenden Gefühl der Zufriedenheit, als es bei Probanden, die sich ihrem Verlangen hingaben zu beobachten war. Fazit: Schokolade macht nicht glücklich. Die Stoffe, die dafür verantwortlich wären, sind in so geringer Dosierung in Schokolade, dass dies keinen Einfluss auf die Stimmung hat. In anderen Lebensmitteln sind diese Stoffe noch viel häufiger vorhanden, aber selbst das reicht nicht. Das Glück entsteht wohl durch die Vorfreude auf den Geschmack. Als Selbstmedikation bei schlechter Stimmung oder Krankheitsbildern wie Depressionen bewährt sich der Konsum von Schokolade nicht – führt sie doch nach kurzem Glück zu einer weiteren Verschlechterung der Symptomatik.
Herzliche Grüße Ihr Ingo Froboese