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Kickboxen so gefährlich wie Golf spielen

Newsletter Zentrum für Gesundheit, 01.05.2007

Die meist als sehr gefährlich angesehene Kampfsportart Kickboxen ist nicht gefährlicher als viele Breitensportarten wie Fußball, Handball oder sogar das Golf Spielen. In einer qualitativen Studie des Zentrums für Gesundheit wurde festgestellt das weitestgehend nur harmlose Weichteilverletzungen im Kopf-, Gesicht- und Beinbereich auftreten. Eine geeignete Schutzausrüstung sowie ein gut geplantes Training sind entscheidende Präventionsstrategien und lassen die Probleme effektiv beheben.

Nicht wenige schrecken vor fernöstlichen Kampfsportarten zurück und sehen viel mehr eine gewisse Brutalität als einen wirklichen Sport hinter dem zunächst wirren Schlagen und Boxen von Händen und Füßen. Jedoch hat das Kickboxen sich seit 1974 durch das Hinzuziehen von Schutzprotektoren zu einer beliebten internationalen Wettkampfdisziplin entwickelt. Dabei unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Disziplinen, die wiederum ihr eigenes Regelwerk hinzuziehen.

Semikontakt: Der Kampf findet auf der Matte oder im Ring statt. Nach jedem Treffer wird der Kampf kurzzeitig unterbrochen und von drei Kampfrichtern bewertet. Großer Wert wird auf die Sauberkeit der Technik gelegt.

Leichtkontakt: Der Kampf findet auf Matten statt. Ziel ist es so viele Treffer wie möglich zu erzielen, wobei anders als beim Semikontakt durchgekämpft wird. Der Leichtkontakt ist, neben der technischen Herausforderung, konditionell sehr anspruchsvoll.

Vollkontakt: Der Kampf findet im Ring statt. Ziel ist es den Kampf nicht nur über Punkte, sondern auch über so genannte KO-Siege zu gewinnen.

Methodik: Ziel der Studie des Zentrums für Gesundheit war es, die auftretenden Verletzungen und Überlastungsschäden im Kickboxen zu erheben und daraufhin geeignete Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen aufzuzeigen, um die Gesundheit der Sportler zu schützen. Hierzu wurden verschiedene Experten wie Trainer und Sportler aus dem Kickboxen mit Hilfe eines strukturierten Interviewleitfadens befragt und daraufhin die Ergebnisse systematisch analysiert.
Ergebnisse

- Die subjektive Beurteilung der Verletzungsgefährdung schätzen die Experten geringer als bei vielen Breitensportarten ein.

- Die häufigsten Verletzungen sind oberflächliche Weichteilverletzungen. Die am mehrfachsten betroffenen Regionen sind hierbei Kopf, Gesicht (speziell die Nase) und die Beine.

- Anfänger und ältere Sportler verletzen sich häufiger als jüngere und fortgeschrittene Sportler.

- Die häufigsten Überlastungsschäden des Kickboxens sind arthrotische Veränderungen im Hüft-, Knie- und Iliosakralgelenk.

- Geeignete Präventionsmaßnahmen sind richtiges Tragen von Schutzprotektoren, sowie adäquate Trainingsmethoden durch gut ausgebildete Trainer.

Zusammenfassung und Ausblick

Schlussfolgernd kann man aus den dargestellten Ergebnissen erkennen, dass das aus dem Fernosten stammende Kickboxen gegenüber anderen Breitensportarten wie Fußball, Handball oder sogar dem Golfspielen anhand ihrer Verletzungsgefährdung häufig überbewertet wird. Viele der auftretenden Verletzungen sind einfacher Natur und heilen ohne weitere Folgen. Die Weiterentwicklung der Sicherheit im Kickboxen ist jedoch auch von einer Optimierung der Schutzausrüstung, adäquate Trainingsmethoden sowie der richtigen Diagnose von auftretenden Verletzungen abhängig und bedarf einer zügigen Weiterentwicklung.