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Jeder 2. empfindet seinen Skischuh als unbequem

Zentrum für Gesundheit, 01.10.2004

 

Eine Studie des Zentrums für Gesundheit untersuchte den Skischuh unter ergonomischen Aspekten und konnte feststellen, dass fast die Hälfte der Befragten über Beschwerden beim Tragen des Skischuhs klagen. Hauptproblemzonen waren dabei das Schienbein und die Zehen in Form von Druckstellen oderkalten Füßen.

Der Skischuh als Bindeglied zwischen Sportler und Ski ist häufig der Ausgangspunkt vieler Beschwerden und stellt vielfach die Basis von Unzufriedenheit im Wintersportdar.
In einer neuen Studie des Zentrum für Gesundheit stand im Mittelpunkt des Interesses inwiefern ein Handlungsbedarf unter ergonomischen Gesichtspunkten in der Skischuhindustrie besteht. Die „Sportergonomie“als interdisziplinäre Wissenschaft, strebt in erster Linie eine Verbesserung des Sicherheitsstandards, der Leistungsoptimierung und vor allen Dingen des Komforts an. Um diese Aspekte auf den Skischuh zu übertragen und auf ihre gesundheitliche Bedeutsamkeit zu überprüfen, wurde eine schriftliche Befragung durchgeführt, inwiefern der Skischuh das Wohlbefinden bzw. die Freude am Skisport negativ beeinflusst.


Methodik

Der selbst erstellte Fragebogen gliederte sich in drei verschiedene Bereiche, die abgefragt wurden.

a)  äußere Bedingungen (Rahmenbedingungen der Untersuchungsteilnehmer wie Fahrkönnen, Besitz eines eigenen Skischuhs, Preiskategorie, etc.)
b)  Beschwerdeprofil (Art und Lokalisation, der vom Skischuh verursachten Beschwerden)
c)  Persönliche Daten

Die Fragebögen wurden zum einen als Handzettel verteilt oder konnten als Online-Version auf der Zentrum für Gesundheit –Homepage (www.zfg-koeln.de) aufgerufen werden.


Ergebnisse

Insgesamt 209 Personen (94 Frauen / 111 Männer) konnten befragt werden. Das Durchschnittsalter lag bei 29,8 Jahren und es nahmen vor allem sportlich und fortgeschrittene Fahrer an der Befragung teil.

Als Hauptgrund für den Skischuhkauf gaben 46,9 % der Befragten die Bequemlichkeitgefolgt von der Funktionalität (30,3 %) an.

Allerdings gaben dennoch 43,1 % der Befragten Beschwerden an, die vom Skischuh verursacht wurden, wobei wiederum nur 13,4 % der Untersuchten tatsächlich unzufrieden mit ihrem Skischuh waren. Dabei fiel auf, das vor allem die günstigeren Schuhe häufiger zu Problemen führten als die Schuhe höherer Preiskategorien(Abb. 1).

(Abb.1: Darstellung der auftretenden Beschwerden innerhalb der verschiedenen Preiskategorie)

Als häufigste Lokalisation der Beschwerden wurde das Schienbein (24,2 %), gefolgt vonden Zehen (13,3 %) genannt (s. Abb. 2).

Abb.2: Darstellung der häufigsten Lokalisationen von Beschwerden im Skischuh (n = 209) (nach Lücke 2004)

Bei der näheren Beschreibung der Beschwerden, wurde deutlich, dass vor allem Druckstellen (44,1 %), kalte (24,1 %) und eingeschlafene (16,6 %) Füße als Gründe angegeben wurden.

Als Verbesserungsvorschläge seitens der Befragten wurde eine verbesserte Polsterung und Isolierung als auch eine individuellere Passform angegeben.


Schlussfolgerung

Die Fragebogenerhebung zeigt, dass die ergonomische Forschung indiesem Bereich bislang nur unzureichend entwickelt ist. Die Studie zeigt jedoch auch, dass teurere Schuhe weniger Beschwerden verursachen und damit mehr zum Fahrvergnügen beitragen als günstige Skischuhe.

 

Bei weiteren Informationen kontaktieren Sie bitte:
Zentrum für Gesundheit:
Bianca Biallas, Birgit Wallmann
Tel.: 0221-4982-7110
Email: info@zfg-koeln.de

Studiendurchführung:
Frau Dr. Christiane Wilke
Institut für Rehabilitation und Behindertensport