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Hände und Schultern sind am meisten gefährdet - verändertes Verletzungsprofil bei Snowboardern -

Zentrum für Gesundheit, 01.01.2007


Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Zentrums für Gesundheit ergaben, dass sich das Verletzungsprofil von Snowboarden in den letzten Jahren massiv von Verletzungen der unteren Extremität hin zu Verletzungen des Oberkörpers und der Arme gewandelt hat. Gründe hierfür sind Verbesserungen im Material, der Ausrüstung, des Fahrstils, aber insbesondere das relativ seltene Tragen von Schutzausrüstungen in diesen Regionen.


Im Winter schlägt das Herz des Wintersportlers höher, der angesagte Schneefall kann kaum erwartet werden und dann geht es auch schon ab auf die Piste. Dabei erfreuen sich neue Trendsportarten immer größerer Beliebtheit und verändern das allgemeine Erscheinungsbild auf den Skipisten. Snowboarder gehören hierbei schon zur Normalität, denn mittlerweile sind es weltweit ca. 10 Millionen Begeisterte, die dem Schneevergnügen auf einem quergestellten Brett nachgehen. Für das Jahr 2012 ist sogar das erstmalige Übertreffen der Anzahl der Snowboarder gegenüber den Skifahrern prognostiziert.
Die Kehrseite allerdings ist, dass die relative Verletzungsrate der Snowboarder gegenüber den traditionellen alpinen Skifahrern um das Vierfache erhöht ist. Zum anderen hat sich die absolute Anzahl der Verletzungen bei Snowboardern in den 90er Jahren verfünffacht, was in Verbindung mit einer stetigen Zunahme des Snowboardsports gesehen werden muss.
Die Verletzungen bei Snowboardanfängern haben sich in den vergangenen Jahren von v.a. Dingen Verletzungen des Knie- und Sprunggelenkes hin zu Verletzungen im Bereich des Schultergürtels und des Handgelenkes verschoben. Verantwortlich ist hier vor allem eine Weiterentwicklung und Materialverbesserung im Bindungsund Schuhsektor. Anders hingegen verhält sich das Verletzungsprofil bei Profisnowboardern: hier ist das Vorkommen von Kniegelenksverletzungen wiederum erhöht gegenüber den Verletzungen des Handgelenkes, da andere Techniken vorherrschen.
In der Befragung des Zentrums für Gesundheit sollte eine umfassende Analyse der Verletzungen und ihren aktuellen Auswirkungen beim Snowboarden untersucht werden.


Methodik

Befragt wurden 92 Personen (Ø-Alter: 25,7 Jahre; 63 Männer, 29 Frauen). Die Befragungen wurden in verschiedenen österreichischen Skigebieten als auch in deutschen Heimatorten der Snowboarder durchgeführt.


Ergebnisse

•   Die Mehrheit der Snowboarder fahren 1-2 Wochen im Jahr (42,4%).

•   Freeriderboards (53,3%) und Freestylerboards (38,9%) in Kombination mit Softboots (92,3%) ist die bevorzugte Ausrüstung.

•   Nur 60% der Befragten tragen Körperprotektoren, wobei davon die Mehrheit einen Helm und einen Rückenprotektor tragen. Nur 18,5% tragen Handgelenksschützer.

•   51,1% der Befragten haben sich bereits mindestens einmal verletzt, wobei die Mehrheit als mögliche Ursache eine falsche Selbst-/Situationseinschätzung (25 Befragte) angaben sowie eine zu hohe Geschwindigkeit (14 Befragte).

•   53,2% erlitten Verletzungen an der oberen Extremität, wobei Handgelenk und Schulter am häufigsten betroffen waren. Nur 38,3% geben Verletzungen der unteren Extremität an, wobei das Knie gefolgt von der Hüft- und Beckenregion am meisten betroffen war. 20% erlitten Kopfverletzungen und 10% Wirbelsäulenverletzungen.

•   Knochenbrüche (20,9%), Bänderdehnungen (19,4%) und Prellungen (17,9%) sind die am häufigsten vorkommenden Verletzungsarten

•   Die Mehrheit (44,7%) gibt keine Folgeschwierigkeiten an, nur 15% haben weiterhin Beschwerden beim Snowboarden und weitere 15% sind aufgrund ihrer vorangegangenen Verletzung unsicher und ängstlich.


Ausblick

Die Befragung konnte eine Verschiebung der Verletzungen hin zu Handgelenksund Schulterverletzungen bestätigen. Es wird allerdings auch gleichzeitig dokumentiert, dass die Schutzausrüstung in diesen Regionen nur wenig getragen wird. Eine Zunahme an Handgelenksschützern könnte hier schon für erheblich geringere Verletzungszahlen sorgen. Allerdings muss die Industrie hierzu noch „bessere“ Lösungen entwickeln.


Bei weiteren Informationen kontaktieren Sie bitte:
Zentrum für Gesundheit:
Dipl. Sportwiss. Birgit Wallmann
Tel.: 0221-4982-7110
Email: info@zfg-koeln.de

Studiendurchführung:
Frau Dr. Christiane Wilke
Frau Bettina Berrang
Institut für Rehabilitation u. Behindertensport