"Essen und Trimmen - beides  muss stimmen!"

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Erste Erfolge beim Abspecken

Kölnische Rundschau, 05.06.2009

Zweimal in der Woche kommt Personal Trainer Gregor Akkermann, um nachmittags mit Ingrid Bauer zu walken. Der Erfolg bleibt nicht aus: Durch Sport und Ernährungsumstellung purzeln mittlerweile die Pfunde.

In ihr Leben ist viel Bewegung gekommen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Schon morgens bei der Körperpflege - Zähneputzen, Haarewaschen, Schminken - baut Ingrid Bauer erste Gymnastikübungen - Kniebeugen und Wandliegestütze - in den Alltag ein. Zweimal in der Woche kommt Personal Trainer Gregor Akkermann, um nachmittags mit ihr zu walken. "Wir haben mit 20 Minuten angefangen, und selbst dabei musste ich mich noch fünf Mal auf die Bank setzen. Jetzt gehen wir schon eine Stunde und 15 Minuten - ohne Pause", freut sich die übergewichtige Frau über ihre ersten Erfolge beim Abspecken.

Seit Beginn des Sporthochschul-Abnehmprogramms vor drei Monaten hat die Bürokauffrau aus Niederzier bereits acht Kilo verloren. 110,9 Kilo zeigt die Waage jetzt an. Leicht gesunken ist auch der Anteil an Körperfett bei der 1,56 Meter großen Frau: von 55,26 Kilo auf 51,81 Kilo.

Das hängt nicht nur damit zusammen, dass Ingrid Bauer nach intensiver Beratung durch den Leiter des Zentrums für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule, Professor Dr. Ingo Froböse, ihre Ernährung grundlegend umgestellt hat. Die 50- Jährige ist auch körperlich wieder regelmäßig aktiv. Denn um innerhalb eines Jahres, wie von Ingrid Bauer angestrebt, das Gewicht auf 80 Kilo zu reduzieren, reicht der Verzicht auf eine kalorienreiche Kost allein nicht aus. Damit die Pfunde kräftig purzeln, geht es nicht ohne begleitendes Kraft- und Ausdauertraining, das die Muskeln wieder aufbaut und den Körper zur Fettverbrennung anregt. Nur dadurch schmelzen die Fettpolster langsam aber sicher ab, die sich aus dem langjährigen Überangebot an Kohlenhydraten und Fetten gebildet haben.

Behutsam passt Gregor Akkermann Übungen und Ausdauersport an die Leistungsfähigkeit seiner Abnehm-Kandidatin an, die durch ihre hochgradige Adipositas noch immer leicht in Luftnot gerät. "Auch unter Belastung muss es möglich sein, sich locker zu unterhalten", erklärt ihr der Sportwissenschaftler vom Zentrum für Gesundheit.

Mittlerweile, erzählt die früher durchaus sportliche Frau, mache ihr die Bewegung schon wieder richtig Spaß. "Ich fühl' mich immer sehr gut nach dem Training."

Mit ihrem Schrittzähler verfolgt Ingrid Bauer, welche Strecken sie am Tag zurücklegt. "Für den Durchschnittsbürger werden etwa 10 000 Schritte täglich empfohlen", sagt Akkermann. "Bei Frau Bauer sollten es momentan 5500 sein." Im "normalen Alltag" mit sitzender Halbtagstätigkeit sei das gar nicht so einfach, meint Ingrid Bauer dazu. In der Regel komme sie lediglich auf 3500 bis 4000 Schritte, dafür an "richtig guten Tagen" mit ausgiebigem Walking jedoch gleich auf 12 000 Schritte und mehr. "Und an den Wochenenden steige ich vor dem Frühstück für eine halbe Stunde aufs Fahrrad-Ergometer. Dabei hab' ich mich schon von 50 auf 85 Watt gesteigert," schildert Ingrid Bauer ihr Aktivierungsprogramm. "Ich mach jetzt jeden Tag was an Bewegung", erzählt sie. Denn: Über das Training mit ihrem Coach hinaus geht sie auch noch mit ein paar befreundeten Frauen walken.

Ziel sei es, so Akkermann, durch die körperliche Aktivität etwa 2400 bis 3000 Kalorien zusätzlich zu verbrauchen. Zur Zeit verliere Ingrid Bauer 400 bis 600 Kalorien pro Trainingseinheit. Für intensivere Sportarten ist sie allerdings noch zu schwer.

Unterm Strich sind Projektleiter Froböse und Trainer Akkermann hochzufrieden. "Mit so schnellen Fortschritten hätten wir nicht gerechnet." Tatsächlich hat Ingrid Bauer richtig der Ehrgeiz gepackt. Wie früher möchte sie sobald wie möglich wieder Tennismatches spielen und mit ihrem Lebensgefährten Josef Kallrath temperamentvolle Tanzschritte aufs Parkett legen. Schon heute lässt sie sich beim Walken - unter ständiger Kontrolle der Herzfrequenz - von Gregor Akkermann nur ungern ausbremsen. "Können wir nicht doch etwas schneller gehen . . .?"