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Ein neuer Trend: Stick-Walking

Zentrum für Gesundheit, 01.09.2004

 

In einer neuen Studie des Zentrums für Gesundheit wurde das Stick-Walking mit und ohne Zusatzgewicht im Vergleich zum Walken auf seine physiologische Parameter hin untersucht. Das Stick-Walking stellt durch das zusätzliche Gewicht eine Art gesteigerte Modifi kation des Nordic- Walkings dar. Es konnte dabei festgestellt werden, dass das Stick-Walking die Sauerstoffaufnahme gegenüber dem normalen Walken wesentlich steigert (23 ± 3,83 gegenüber 26 ± 2,42 mml/min/ kg), jedoch zusätzliches Gewicht nur einen geringen weiteren Effekt hat. Allerdings nimmt beim Stick-Walking mit zusätzlichem Gewicht das subjektive Belastungsempfi nden weiter signifi kant zu.

Das Walken gehört zu den sanften Trainingsmethoden der allgemeinen Ausdauer und eignet sich ideal für den Gesundheits- und Therapiesport. Im Laufe der Zeit haben sich in der „Bewegungslandschaft“ des Walkens immer wieder Modifi kationen entwickelt, die die geringe Trainingsintensitäten erhöhen und trainingswirksamere Effekte erzielen sollen. Walken mit Zusatzgewichten wie Hanteln oder Gewichtsmanschetten oder das Nordic-Walking sind die gängigsten Variationen des Walkens und zielen auf ein moderates Ganzkörpertraining ab. Eine weitere Variation ist das Stick-Walking, dass zu einer individuelleren Belastungsdosierung, einer größeren Effektivität und zu einem erhöhten Energieumsatz durch die verstärkte Aktivierung der Schulter-Arm-Muskulatur, beitragen soll. Eine Studie des Zentrums für Gesundheit hat das Stick-Walking auf ihre Effektivität vor leistungsdiagnostischem Hintergrund hin untersucht.

Beim Stick-Walking handelt es sich um das Gehen mit Stöcken, in denen im unteren Drittel zwei ergonomisch geformte Plastikbehälter integriert sind. Diese können mit Sand oder Wasser befüllt werden, um die Intensität durch das zusätzliche Gewicht zu erhöhen. Ungefüllt wiegen die Stöcke 700g und können zusätzlich noch mit 1400g beschwert werden. Das Stick-Walken unterscheidet sich in einigen Merkmalen von der normalen Walk-Technik. Die Hauptkennzeichen sind (vgl. Abb.1):

- Zeitlich versetzte Koordination der Arm-Bein-Bewegung, anderthalb bis zwei Gangzyklen pro Armzyklus
- Beugung und Streckung im Ellenbogengelenk
- Schwerpunkt der Armaktivität liegt in der Schwungphase
- Abdruck vom hinteren Stock während der Vorschwingphase 1

Abb. 1: Bewegungsablauf beim Stick-Walking



Methodik

An der Untersuchung nahmen 15 Teilnehmer (6 w / 9 m) in der Altersspanne von 26-57 Jahren teil. Zunächst wurden die Probanden in die Stick-Walking Technik eingeführt, um bei jedem einen ausreichenden Bewegungsfl uss und Bewegungsrhythmus zu gewährleisten. Danach wurden die Probanden an verschiedenen Tagen auf dem Laufband getestet, um einen intraindividuellen Vergleich der physiologischen Parameter der drei Techniken Walking, Stick-Walking und Stick-Walking mit Zusatzgewicht von 0,7 kg/Seite zu erstellen.


Ergebnisse

Die Analyse der untersuchten physiologischen Parameter zeigt, dass durch das Stick-Walking vor allem die Herzfrequenz, die Sauerstoffaufnahme als Hauptkennzeichen der allgemeinen Ausdauer und der Energieumsatz erheblich gesteigert werden können. Der Energieumsatz konnte beispielsweise von 34,8 kj/min auf 37,6 kj/min gesteigert werden. Der Einfl uss des zusätzlichen Gewichtes durch Befüllung der Behälter, stellt jedoch keinen weiteren wesentlichen Effekt auf den Energieumsatz dar. Jedoch steigt hierbei das subjektive Belastungsgefühl signifi kant an (vgl. Tab. 1).

Tab. 1: Vergleich der physiologischen Parameter der Techniken Walking, Stick-Walking und Stick-Walking


Schlussfolgerung

Durch die Untersuchung wird deutlich, dass das Walken mit Stöcken die Trainingsintensität und den Energieverbrauch steigert und somit sich sehr gut für Personen eignet, die ihr kardio-vaskuläres System trainieren und abnehmen wollen. Personen mit Gelenkproblemen sollten jedoch auf das zusätzliche Gewicht bei einer Befüllung der Sticks verzichten, da dies zu einer weiteren Gelenkbelastung führt. Hier sollte eher die gelenkschonendere Variante des Nordic-Walkings gewählt werden.

 

Bei weiteren Fragen und Informationen wenden Sie sich bitte an:
Zentrum für Gesundheit
Bianca Biallas, Birgit Wallmann
Tel.: 0221 / 4982-7110
info@zfg-koeln.de

Ansprechpartner Studie:
Dipl. Sport-wiss. Katja Wittmann
Institut für Rehabilitation und Behindertensport
Deutsche Sporthochschule Köln