"Essen und Trimmen - beides muss stimmen!"
"Essen und Trimmen - beides muss stimmen!"
Aber nach dem Sport macht das Bearbeiten von Muskeln und Sehnen durchaus Sinn
Dehnen: Nach dem Sport sinnvoll, davor eher nicht.
Dehnen schützt nicht vor Verletzungen. "Ganz im Gegenteil sogar", sagt Professor Ingo Froböse vom Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln. "Dehnt man Muskeln vor dem Sport bei schnellkräftigen Aktivitäten wie einem 100-Meter-Lauf, Sprüngen oder Maximalbelastungen wie im Gewichtheben, dann schwächt man dadurch die Muskeln sogar noch." Auch in der wissenschaftlichen Literatur zu diesem Thema finde sich bislang kein Nachweis, der den Verletzungsschutz bei Sport bestätigen konnte.
Durch das Dehnen entspannt die Muskulatur und zieht sich in die Länge, wodurch sie weniger leistungsfähig und reaktionsschnell wird. "Der Arbeitsweg ist dann einfach zu lang, und die Reaktion dauert zu lange", erläutert der Wissenschaftler. Und auch wenn zum Beispiel durch Gegnerkontakte – wie im Fußball – der Muskulatur nur wenig Zeit zum Reagieren bleibt, drohen bei entspannter Muskulatur eher Verletzungen.
Aber dennoch hält Froböse Dehnen für sinnvoll – am besten als Nachbereitung zum Training. Er rät, nach dem Sport alle großen Muskelgruppen ordentlich zu dehnen. Das beschleunige die Erholung, fördere die Durchblutung, schaffe die Stoffwechselabfallprodukte schneller weg und entspanne. "Dehnen ist und bleibt also wichtig. Aber eben nur als Trainingsreiz und nicht als Schutzmechanismus."
Und auch wenn Dehnen nicht vor Verletzungen schützt – etwas Aufwärmen vor dem Sport ist und bleibt ratsam. Denn für Herz und Kreislauf zum Beispiel ist ein von null auf hundert Lospreschen nicht besonders verträglich.