"Essen und Trimmen - beides muss stimmen!"
"Essen und Trimmen - beides muss stimmen!"
Birgit Wallmann ist diplomierte Sportwissenschaftlerin an der Deutschen Sporthochschule Köln. Sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln unter der Leitung von Prof. Dr. Ingo Froböse.
Wie kam es zu Ihrer wissenschaftlichen Studie über "3.000 Schritten extra"? Warum hat Sie gerade dieser niederschwellige Präventionsansatz interessiert?
Birgit Wallmann: Das Interessante für uns ist die Niederschwelligkeit der Intervention als auch die Art der unstrukturierten Intervention, d.h. jedes Individuum entscheidet selbst, wie es das „Mehr“ an Bewegung in den Alltag integriert. Darüber hinaus haben wir uns gefragt, welche gesundheitsfördernde Wirkung 3.000 Schritte extra auf verschiedene physische und psychische Parameter haben.
Was wollten Sie mit Ihrer Studie genau herausfinden?
Welche Auswirkung mehr Bewegung im Alltag auf das Körpergewicht, den Blutdruck, die Blutfettwerte oder die Ausdauer-Leistungsfähigkeit hat. Und zum anderen wie sich mehr körperliche Aktivität subjektiv auf das Wohlbefinden im Alltag auswirkt.
In drei Kölner Betrieben haben Sie die Studie durchgeführt. Wie lief das genau ab?
Im Januar 2007 starteten wir mit einer ersten Studie im Bundesamt für Zivildienst in Köln. Dort haben wir ein Konzept zur Pilotstudie entwickelt. Die Studie war so erfolgreich und die Nachfrage entsprechend hoch, dass wir danach zwei weitere Studien bei der DKVVersicherung und der Kölner Polizei durchgeführt haben. Die betriebliche Gesundheitsförderung ist ein Zukunftsthema. In Köln hat sich dazu sogar ein Runder Tisch gegründet. Hier geht es um Grundsatzfragen der Prävention. Gesunde und motivierte Mitarbeiter sind für Unternehmen wichtig und die 3000 Schritte extra ein erster niederschwelliger Ansatz, um die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für das Thema Bewegung zu sensibilisieren.
Die positive Wirkung von 3.000 Schritten extra am Tag auf den Cholesterinwert haben Sie ja bereits veröffentlicht. Die weiteren Ergebnisse erfahren wir wahrscheinlich in Ihrem Abschlussbericht. Können Sie uns schon einmal eine Tendenz verraten, wie sich darüber hinaus 3.000 Schritte extra am Tag auf die Gesundheit auswirken?
3.000 Schritte extra am Tag haben, soviel können wir bereits verraten, positive Wirkungen auf das Körpergewicht, den Blutdruck, die Bluttfette und die Ausdauerleistungsfähigkeit. Bereits eine halbe Stunde Bewegung am Tag, z.B. Spazierengehen, wirken sich positiv auf das Wohlbefinden aus. Es muss also nicht immer unbedingt intensiver Sport sein.
Sie hatten ja sicherlich eine Vermutung, was die Ergebnisse anbelangt: Waren Sie von den Ergebnissen überrascht?
Wir sind von den Ergebnissen sehr positiv überrascht. Allerdings sind Übereinstimmungen durchaus zum Teil mit der internationalen Literatur vorhanden.
Wie war das Echo der Probanden? Wissen Sie, ob der Schrittzähler jetzt auch noch in Gebrauch ist?
Das Echo war sehr gut. Vor allem bei den Menschen, die sich bisher wenig bewegen und die wir mit unserer Studie hauptsächlich ansprechen wollten. Der Schrittzähler eignet sich hervorragend zur täglichen Kontrolle der tatsächlich gegangenen Schritte.