"Essen und Trimmen - beides muss stimmen!"
"Essen und Trimmen - beides muss stimmen!"
Immer mehr Kinder klagen über Rückenschmerzen. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Forsa-Befragung von 100 Kinder- und Jugendärzten im Auftrag der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK). Für Therapeuten als Bewegungsexperten heißt das: Neue Programme für die Kleinen, die es im Kreuz haben, zu entwickeln.
Hauptursache für die gestiegene Zahl von Rückenproblemen bei Kindern sei mangelnde Bewegung, hieß es in der DAK-Pressemitteilung. In der aktuellen Studie hatte die Mehrzahl der befragten Mediziner erklärt, dass die Anzahl der Kinder mit Rückenschmerzen in den letzten zehn Jahren stark (13 Prozent) beziehungsweise etwas (44 Prozent) zugenommen habe. Besonders betroffen seien mit 61 Prozent die 11- bis 14-Jährigen. Doch schon sechs Prozent der 6- bis 8-Jährigen klagten über Kreuzschmerzen.
98 Prozent der Ärzte waren der Ansicht, dass Kinder in ihrer Freizeit zu wenig Sport treiben. Sie säßen stattdessen stundenlang vor dem Fernseher oder dem PC. Außerdem würden die Eltern die motorische Entwicklung ihrer Kinder zu wenig anregen, meinten 91 Prozent der Mediziner. Und 60 Prozent der Kinderärzte halten den Sportunterricht an den Schulen für zu wenig oder zu schlecht. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) gaben schlechte oder falsche Ernährung als Grund für die steigende Zahl von Rückschmerzen bei Kindern an.
Eltern sollten Bewegung fest im Alltag integrieren und ein Vorbild in gesundheitlicher Hinsicht sein, meinten 96 Prozent der Experten. Mehr als 90 Prozent sprachen sich für eine regelmäßige Teilnahme im Sportverein aus oder für gemeinsame Sportaktivitäten in der Familie. Krankengymnastik empfahlen dagegen nur 49 Prozent.
Aufgrund dieser Ergebnisse startet die DAK im Juli eine bundesweite Aufklärungskampagne zum Thema Rückenschmerzen. In 13 deutschen Städten werde Professor Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln kostenlose Aktiv-Vorträge halten. „Wenn unsere Kinder nur noch im Schnitt 900 Meter am Tag gehen, aber fast vier Stunden vor PC oder TV sitzen, dann müssen sie Schmerzen im Kreuz bekommen“, wird Froböse in der DAK-Meldung zitiert. „Die Betroffenen brauchen keine spezielle Rückenschule. Wir müssen unsere Kinder nur mit dem „Bewegungsvirus“ infizieren. Eltern sollten immer Vorbild sein – gerade beim Sport und der Gesundheit.“ Die erste DAK-Veranstaltungen unter dem Titel „VER-RÜCKT: So bekämpft der Bewegungsvirus Ihren Rückenschmerz“ findet am 6. Juli in Kiel statt.