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Barfußlaufen: Sport für die Füße

br-online.de - Bayrischer Rundfunk, 08.07.2011

Endlich Sommer - gibt es da etwas Schöneres, als ohne Schuhe am Strand entlang zu spazieren und den Sand zwischen den Zehen zu spüren? Oder bei herrlichem Wetter mal barfuß durchs Gras zu gehen? Und Barfußgehen fühlt sich nicht nur toll an, sondern ist auch noch gesund!

"Ich setze nicht auf der Ferse hinten unter Belastung auf, sondern eher über den Fußaußenrand und den Vorfuß", erklärt Orthopäde Christian Obersteiner. "Das bringt eine andere Druckverteilung und auch eine Entlastung der Knie und Hüftgelenke mit sich." Und je nach Untergrund gibt es auch noch eine Stimulation der Fußreflexzonen, denn unter der Fußsohle sitzen jede Menge sensorische Rezeptoren. "Barfußgehen setzen wir in der Rehabilitation schon seit über 50 Jahren ein, dort nennen wir das Terraintraining", sagt Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. "Dadurch lernt man eine zielgerichtetere und viel effektivere Ansteuerung Muskulatur."

Voller Genuss auf dem Barfußpad

Damit jeder in den Genuss dieser Effekte kommen kann - ohne Angst haben zu müssen, in Scherben oder andere scharfe und spitze Gegenstände zu treten - gibt es in ganz Deutschland ausgewiesene Barfußpfade. Auf denen kann man beim Spazieren, Wandern, Walken oder Joggen viele verschiedene Untergründe erspüren. Da gibt es zum Beispiel Rindenmulch, große Kiesel, Tannenzapfen, Zweige, Heu oder Schlamm.

Manche Barfußpfade, wie zum Beispiel der in Penzberg beim Gut Hub – um den sich der 60-jährige Pensionär Lorenz Kerscher kümmert - bieten dazu nicht nur eine tolle Aussicht auf die Berge, sondern auch kleine Geschicklichkeits-Stationen wie eine wacklige Hängebrücke, runde Holzpfähle auf denen man entlang balancieren muss oder Baumstämme mit Rinde. "Es kommen sogar Laufgruppen auf meinen Pfad, die hier ihre Runden drehen", freut sich Lorenz Kerscher.